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Bleib'! Geh'! Sorry!

DIE GRUNDLEGENDE DYNAMIK ALLER BEZIEHUNGEN

„Ich liebe dich. Für immer.“ - „Ich muss auch einmal alleine sein.“ - „Wie wundervoll du bist.“ - „Du machst mich wahnsinnig.“ „Du bist einzigartig für mich.“ - „Ich möchte, dass du an Deinen Macken arbeitest.“ Klingt hin- und hergerissen, stimmt's? Doch Hand aufs Herz: Wie oft hast du einen dieser Sätze in einer engen Beziehung schon einmal gedacht oder gesagt?


Partnerschaften, enge Freundschaften und die Beziehung zu nahestehenden Angehörigen sind in der Lage, uns an unsere emotionalen Grenzen zu bringen. An die positiven und die negativen. An die, die wir kennen und die, die wir noch nicht kennen. Es scheint ein ewiges, willkürliches Auf und Ab zu sein, das unser Miteinander bestimmt; ohne Regeln, aber vor allem ohne jede Vorwarnung, wenn die nächste Wendung bevorsteht.


Doch so zufällig das Ganze scheint, so natürlich ist dieses vermeintliche Hin und Her.


Wenn wir an die erste Liebe denken, die uns Menschen widerfährt, die Mutterliebe, denken wir in Klischees: Mutterliebe ist bedingungslos und voller Güte. Ich weiß nicht, woher dieser Glaube kommt, denn wenn wir uns die Zeit nehmen, eine Mutter zu fragen, was sie wirklich fühlt, wird sie von der ganzen Bandbreite menschlicher Emotionen berichten.


Zwischen Mutter und Kind herrscht von vornherein eine Dynamik, die in drei Phasen zu unterteilen ist: Harmonie - Disharmonie - Reparatur. Es ist ein Tanz aus Bindung und Verbindung, Trennung und Unverständnis, Zuneigung und Lösungsfindung. Nicht nur in großen Eskapaden, sondern vor allem in den kleinen Details und Situationen des Alltags. Ein Ereignis stört die Harmonie, eine Schieflage entsteht und schließlich sind Mutter und Kind damit beschäftigt, die eigenen Emotionen zu regulieren und zu kommunizieren, um dasselbe füreinander zu tun und schließlich zurück zur Harmonie zu finden.


Dieser ewige Kreislauf formt und definiert die Beziehung und legt den Grundstein für jede Beziehung die ihr folgen wird. Deshalb nenne ich die drei Phasen im Beziehungscoaching Einigkeit - Dissonanz - Fortschritt. Haben wir diesen Kreislauf als Kind nicht in einer erfolgreichen und nährenden Art und Weise erlebt, können wir als Erwachsene ernsthafte Schwierigkeiten damit haben, uns innerhalb der Dynamik zu orientieren.


Einigkeit - Dissonanz - Fortschritt: Die Dynamik entschlüsselt


Einigkeit ist die Phase, in der Harmonie den Alltag bestimmt. Die Beziehung bietet ein hohes Identifikationspotenzial, wir denken "Wir" statt "Ich und Du", was sich auf all unsere Pläne und Zukunftsvisionen überträgt. Die Stimmung ist lebendig und positiv. Diskussionen oder scharfe Worte sind selten.


Diese Phase könnten wir auch "Liebe ohne Stolpersteine" nennen - wir schweben so sehr auf den Wolken des wundervollen Miteinanders, dass wir die Unzulänglichkeiten, Ecken und Kanten unseres Gegenübers nicht wahrnehmen.


Dissonanz folgt kleinen oder großen Spannungen. Diese Phase spricht in "Ich und Du"-Sprache und vergisst das "Wir" zunehmend. Unterschiede werden betont, die Eigenständigkeit forciert und die eben noch rosaroten Pläne für die Zukunft erhalten den grauen Anstrich der Hoffnungslosigkeit und des Überdrusses. Die Folge: Konflikte.


Diese Phase lässt sich mit "Stolpersteine ohne Liebe" umschreiben. Wir wissen so genau, was unser Gegenüber zu einem schrecklichen, nervtötenden und unmöglichen Menschen macht, den wir bekämpfen und dem wir unser Rechthaben beweisen müssen, dass wir die Liebe völlig vergessen.


Fortschritt ist die dritte Phase, die den Wendepunkt in der Dynamik markiert. Spannungen und Konflikte werden hier repariert und gelöst - entweder in klärenden Gesprächen und neuen Plänen oder in kleinen Gesten und Zuneigungsbekundungen. Erinnerungen an die gemeinsame Identität des "Wir" kehren zurück und vertiefen sich sogar. Erkennungsmerkmal dieser Phase: Der Humor kehrt zurück.


Diese Phase nenne ich "Liebe für Stolpersteine", was bedeutet, dass wir genau wissen, welche Ecken, Kanten und Traumata unsere Lieblingsmenschen mitbringen. Wir verzichten aber darauf, ihnen deshalb das Leben schwer zu machen. Wir handeln in dem Wissen, dass das, was uns die Beziehung gibt, wertvoller ist als das, was ihr fehlt.


Was also macht gute Beziehungen aus?


Die Antwort auf die Frage nach dem Geheimnis guter Beziehung ist in der eben beschriebenen Dynamik zu finden. Sind alle drei Phasen vorhanden, ist die Beziehung gut. Doch die Beziehungsforschung geht davon aus, dass besonders die Reparaturphase ("Fortschritt") eine große Rolle darin spielt, ob Beziehungen von Dauer sind oder nicht.


Dahinter steckt die Überzeugung, dass wir Menschen schlichtweg und durchweg fehlbar sind. Wir werden einander enttäuschen und verletzen. Ein geflügeltes Wort unter Paar-Coaches besagt, dass der Tag, an dem wir unser Gegenüber ansehen und nichts liebenswertes mehr sehen, der Tag ist, an dem die eigentliche Beziehung beginnt.


Kurz gesagt: Nicht dauerhafte Harmonie macht das Miteinander lebenswert - es ist die erfolgreiche oder erfolglose Reparatur, die einer Dissonanz-Phase folgt.


Mehr Infos zu diesem Thema: www.timohess.com/paare


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